Vega 2019

Obwohl es unser erklärtes Ziel ist jedes Jahr neue Angelziele in Norwegen kennenzulernen, so gibt es doch einige Plätze die uns in regelmäßigen Abständen immer wieder anziehen.

Ein solcher Platz ist die Insel Vega. Nach 2016 war es nunmehr unsere zweite Seafront Tour auf die „Insel mit zwei Bergen“. Und in den 3 Jahren hat sich einiges geändert. Nördlich unserer Unterkunft Gardsøya Rorbuer schließt sich mittlerweile ein neuerschlossenes Baugebiet an, auf dem schon einige Häuser stehen. Abgerundet wird dies mit einem kleinem Hafen und dem Verdensarv-Senter, in der auf die Geschichte Vegas rund um das Unesco Welkulturerbe eingegangen wird. Ein Besuch lohnt sich und auf der Terasse kann man im Anschluß ein frisch gezapftes Bier…. oder natürlich auch einen Kaffee zu sich nehmen. Wir haben uns für das Bier entschieden.

Ein weiteres touristisches Highlight ist die Vegatrappa, die einen über knapp 2000 Stufen bis fast auf die Hälfte den Gullsvagfjellet heraufbringt. Bis zum Gipfel ist es vom Ende der Treppe zwar noch ein ganzes Stück, die Aussicht ist aber grandios. Aber Vorsicht: Ist anstrengender als es aussieht, mit zum Teil recht steilen Passagen. Für die Hardcore Bergsteiger ist auch eine „Via Ferrata“, ein Eisenstieg, in den Fels gebaut.

Sowohl die Verdensarv-Senter wie auch die Vegatrappa sind erst dieses Jahr eröffnet worden

Alles weitere hat Andreas in seinem Reisebericht weiter unten zusammengefasst.

Gardsøya Rorbuer

Sauber und gepflegt: Die Anlage Gardsøya Rorbuer liegt im Norden der Insel und besteht aus 6 Rorbuer sowie einem Filetier und Servicehaus. Direkt am Wasser gelegen und mit eigenem Bootsteg.

Boote

In den 17 Fuß / 60 PS Alubooten lässt sich bequem angeln, optimal besetzt mit 3 Personen. Zu viert könnte es etwas eng werden

Angelgebiete

Im Sund zwischen Vega und Søla lässt sich gut fischen. Schellfisch, Dorsch und Heilbutt konnten wir hier auf die Planken legen. Vom Ravnfloget ( Vegatrappa ) hat man einen perfekten Ausblick.

Relaxed Fishing – Diese beiden Wörter beschreiben unser Angelabenteuer 2019 auf der Weltkulturerbeinsel Vega am besten. Wir als eingespieltes Triumvirat ( Andreas, Christian und Torsten ) des Seafront Fishing Teams verbrachten zwei Wochen in der bekannten Anlage Gardsøya Rorbuer auf Vega. Wie immer nahmen wir das Haus mit der unverzichtbaren kuscheligen Sauna für entspannende Momente nach dem Tageswerk.

Wie immer gibt es trotz bekannter Umgebung und Vorjahrserfahrungen Überraschungen. Diese spiegelten sich zunächst im Wetter wieder. Bei Ankunft und in den nächsten Tagen weit über 30 Grad plus und kein Wind. Selbst die Einheimischen mussten lange überlegen, wann auf Vega mal so eine heiße Wetterperiode war. Aber auf dem Wasser hat dies natürlich auch seine Vorteile.

Also war die ersten Tage nur Offshore zu entsprechenden Tiedezeiten angesagt. Gleich am ersten Angeltag wurden wir trotz Flaute und glatter See mit reichlich Fisch beschenkt. Ob Gummifisch oder Pilker, mit oder ohne Überbeißer gingen uns gute Dorsche, sehr gute Pollacks und Makrelen an den Haken. Dies wiederholte sich an den nächsten Tagen auch bei unterschiedlichen angefahrenen Unterwasserbergen. Am vierten Tag war dann aufgrund von den Ausfuhrbeschränkungen nur noch selektiertes Fischen angesagt. So waren wir nach einigen vergeblichen Versuchen dann auch erfolgreich bei prächtigen Seelachsen, welche wir über tiefen Wasser von bis zu 200 m mit Slow Pilken überzeugen konnten.

Wir konnten die weiteren Tage damit wirklich ruhig angehen lassen und pflegten ein Entspannungsprogramm mit Sauna und leckeren Zwischenmahlzeiten aus der eigenen Küche ( Koch haben wir ja dabei ) und einem gepflegtem, frisch gezapften Pils. Witziger weise kam immer dann unser Vermieter Ole bei uns vorbei und wir saßen dann alle auf der Terrasse bei herrlichem Sonnenschein.

Ole, der Eigentümer der Anlage, ist übrigens auch Besitzer der größten Ferkelaufzuchtstation in Norwegen und dies auf der Insel Vega. Er erzählte uns dann von einem Straumen, der vom Meer ins Inselinland führt, in dem er des Öfteren gute Meerforellen fängt. Das wollten wir natürlich nicht unversucht lassen. Am nächsten Tag ging es mit Spinn -und Fliegenruten los. Die Stelle war jedoch nicht ganz leicht zu finden und nötigte uns einen langen Spaziergang über Stock und Stein ab, bis wir zu einer möglichen Angelposition kamen. Die Forellen waren vor unseren Augen zu sehen, aber wir hatten weder mit Fliege noch mit Spinner Erfolg.

Ein Besuch im Vega Weltnaturerbe Museum ( neu erbaut ) welches die Tradition der Eiderenten als Haustiere sowie das Leben auf und um Vega in den letzten 200 Jahren zeigt, war für uns am nächsten Tag auf dem Plan. Höchst interessant. Ein Besuch der sich wirklich lohnt; zumal nur einen Steinwurf zu Fuß von der Anlage entfernt.

An einem der letzten Tage wollten wir es nochmal wissen und fuhren mit dem Boot an unsere alte erfolgreiche Stelle bei Søla, wo wir ( Hudson ) 2016 den Riesen Heilbutt gefangen hatten ( siehe Bericht und Video von 2016 ). Dort stießen wir auf eine Ansammlung von Schellfischen, die uns nach und nach an den Haken gingen. Einer unserer liebsten Speisefische…lecker gegart mit Senfsauce!
Aber der Schellfisch ist auch die Lieblingsbeute des Heibutt ( der weiß auch was gut ist ! Allerdings ohne Senfsauce! ). So dauerte es auch nicht lange und Hudson, unser Heilbutt Spezialist, hatte auf Schellfisch Überbeißer den Butt am Haken. Schöne 18 Kilo, gerade die richtige Küchengröße und noch passend für unsere Truhen. Wieder so ein Supertag.

Zum Abschluß unseres Angelabenteuers 2019 sind wir die neuen Holztreppen die über 2000 Stufen zum 450 m hohen Ravnfloget führen emporgestiegen. Sicherlich nicht ganz einfach, wenn man nicht schwindelfrei oder kurzatmig ist. Aber die Aussicht oben entschädigt allemal. Traumhafter Blick über die Inselwelt des gesamten Archipels. Das war ein super Abschluss unseres diesjährigen Abenteuers.